Appenzeller Sennenhunde

Der Appenzeller Sennenhund ist dreifarbiger, mittelgroßer, fast quadratisch gebauter Hund, in allen Teilen harmonisch proportioniert, muskulös, sehr beweglich und flink, mit pfiffigem Gesichtsausdruck. Er ist lebhaft, temperamentvoll, selbstsicher und furchtlos.

Wie alle vier heute reingezüchteten Rassen von Sennenhunden stammt dAS-urhunder Appenzeller Sennenhund aus der Schweiz. Die Rasse geht auf Bauernhunde zurück, die dort in den Bergregionen, im speziellen in den Kantonen Appenzell als Treib-, Hüte- und Wachhunde eingesetzt wurden. Dieser Schlag von Hunden ist dort über Jahrhunderte hinweg in Dokumenten nachweisbar.

v. Tschudi: Tierleben der Alpenwelt

v. Tschudi: Tierleben der Alpenwelt

1853 wird in Friedrich von Tschudis „Tierleben der Alpenwelt“ erstmals explizit ein Appenzeller Sennenhund beschrieben: „Die Sennen brauchen jene kurzhaarigen, mittelgroßen, vielfarbigen Hunde, die sich strichweise im ganz reinem, regelmässigen, spitzartigem Schlage vorfinden, teils zum Zusammentreiben der Herden, teils zur Hut der Hütte. Die nämlichen, sehr treuen und sehr wachsamen Hunde begleiten sie stets, wenn sie die Milch ins Tal oder zur Stadt tragen“.

1895 forderte der große Förderer der Rasse, Forstmeister Max Sieber, die SKG auf, etwas für den Appenzeller Sennenhund zu tun. 1898 stellte der Regierungsrat des Kantons St. Gallen SFr. 400.- zur Hebung der Zucht des Appenzellers Sennenhundes zur Verfügung. Im Auftrag der SKG wurde eine Kommission gebildet, Rassekennzeichen festgelegt und an einem Jahrmarkt in Altstätten 9 Rüden und 7 Hündinnen aufgestöbert. Sie erhielten Prämien zwischen SFr. 5,- bis SFr. 10,-. Als Folge davon erschienen 1899 an der ersten internationalen Hundeausstellung in Winterthur 8 Appenzeller in der versuchsweise eingeführten Klasse „Sennenhunde“. Dank der Anregung von Prof. Dr. Albert Heim, der sich sehr engagiert der Schweizer Sennenhunde und damit auch des Appenzeller Sennenhundes annahm, wurde 1906 der „Appenzeller Sennenhunde Club“ mit dem Zweck gegründet, die Rasse in ihrer Natürlichkeit zu erhalten und zu fördern. Mit der obligatorischen Eintragung der Welpen in das „Appenzeller Hundestammbuch“ begann die gezielte Reinzucht. 1914 er  arbeitete Prof. Heim den ersten gültigen Rassestandard.

Frisch von der Sitter, Schweizerische Landesausstellung 1914

Frisch von der Sitter, Schweizerische Landesausstellung 1914

Das ursprüngliche Zuchtgebiet war das Appenzellerland; heute wird die Rasse über die ganze Schweiz verteilt und über die Landesgrenzen hinaus in vielen Ländern gezüchtet. Der Begriff des Appenzeller Sennenhund ist heute klar umrissen und die Rasse als solche von den übrigen Schweizer Sennenhunden eindeutig abgegrenzt.

Obschon der Appenzeller Sennenhund viele Liebhaber gefunden hat, ist die Zuchtbasis immer noch sehr klein. Nur durch verantwortungsbewusstes Züchten wird es möglich sein, die natürlichen und hervorragenden Erbanlagen der Rasse zu erhalten und weiter zu festigen.

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